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Die Bowdenzugmanufaktur® in der Öffentlichkeit

Artikel in der Volksstimme vom 07.01.2017

"Ich kann Männersprache"

Katrin Simstedt leitet seit 4 Jahren die traditionsreiche Bowdenzugmanufaktur in Quedlinburg

Katrin Simstedt zeigt einen fertigen Bowdenzug, den ihre Mitarbeiter hergestellt haben.

Foto: Matthias Stoffregen
Quelle: Volksstimme, Matthias Stoffregen

Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt wird nicht nur von Männern geprägt. Die Volksstimme stellt starke Frauen vor, die als Selbstständige oder Managerinnen erfolgreich sind.
Heute: Katrin Simstedt, Inhaberin der Bowdenzugmanufaktur in Quedlinburg.
Baufahrzeuge, Motorräder, Schneefräsen – sie alle kommen ohne Bowdenzüge nicht aus. Die Züge sind vielseitig einsetzbar, auch die Gangschaltung am Fahrrad braucht in der Regel einen Schaltzug, der aus einem Drahtseil besteht, das durch eine stabile Hülle läuft. Katrin Simstedt kennt sich mit den filigranen Bauteilen mittlerweile gut aus, seit 2012 ist sie die Chefin der Bowdenzugmanufaktur in Quedlinburg...
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Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt wird nicht nur von Männern geprägt. Die Volksstimme stellt starke Frauen vor, die als Selbstständige oder Managerinnen erfolgreich sind. Heute: Katrin Simstedt, Inhaberin der Bowdenzugmanufaktur in Quedlinburg. Baufahrzeuge, Motorräder, Schneefräsen – sie alle kommen ohne Bowdenzüge nicht aus. Die Züge sind vielseitig einsetzbar, auch die Gangschaltung am Fahrrad braucht in der Regel einen Schaltzug, der aus einem Drahtseil besteht, das durch eine stabile Hülle läuft. Katrin Simstedt kennt sich mit den filigranen Bauteilen mittlerweile gut aus, seit 2012 ist sie die Chefin der Bowdenzugmanufaktur in Quedlinburg. Den Betrieb hat die 51-Jährige aus der Insolvenz heraus gekauft und in den vergangenen Jahren zurück auf die Erfolgsspur gebracht. „Ich wusste, dass die Pleite mit schweren Management-Fehlern zu tun hatte, deshalb war ich von Anfang an von der Zukunftsfähigkeit der Manufaktur überzeugt“, erzählt sie. Die Geschichte des Betriebs reicht 58 Jahre zurück, schon zu DDR-Zeiten waren die Bowdenzüge aus Quedlinburg ein gefragtes Produkt. Heute behauptet sich die Manufaktur mit Einzelanfertigungen, Kleinserien und Reparaturen am Markt, Simstedt beliefert nicht nur Kunden in Deutschland, sondern auch in europäischen Nachbarländern. Etwa 100 Pakete verlassen den Betrieb im Monat, mehr als 10.000 Bowdenzüge fertigen die acht Mitarbeiter im Jahr. Schon vor der Firmenübernahme hat Simstedt zeitweise in der Manufaktur gearbeitet, doch Berufserfahrung hat sie über verschiedene Stationen gesammelt. Studiert hat sie einst Bergbautechnik, sie hat darin auch ihr Diplom gemacht. Nachdem Simstedt 1988 der Liebe wegen nach Quedlinburg gezogen war, arbeitete sie unter anderem bei Aldi in der Personalabteilung und bei einem Dachdecker im Büro. Erste Erfahrungen als Selbstständige sammelte sie mit der Eröffnung eines Einzelhandelsgeschäfts in der Innenstadt von Quedlinburg. Später folgte dann der Wechsel in die Manufaktur. Das unternehmerische Risiko nimmt Simstedt eher gelassen. „Ich musste zwar einen Kredit aufnehmen, aber ich war von Anfang an überzeugt, dass ich den auch zurückzahlen werde.“ Eine Herausforderung sieht sie viel mehr in der Mitarbeiterführung. „Man muss auch mit Männern arbeiten können in unserem Betrieb“, erzählt sie, „mit 20 hätte ich mich nicht getraut, die Firma zu übernehmen.“ Eine wichtige Qualifikation habe sie sich aber bereits im Bergbau-Studium angeeignet: „Ich kann Männersprache.“ Männer würden klare Anweisungen benötigen, dann würden sie auch machen, was man von ihnen verlangt. Ihr sei aber auch ein gutes, familiäres Klima im Betrieb wichtig. „Es ist nicht nur jeder Mitarbeiter anders, sondern jeder ist auch jeden Tag anders drauf.“ Alle hätten ihre kleinen Alltagsprobleme. „Wenn dann eine Reihe an Qualitätsproblemen kommt, dann rede ich mit den jeweiligen Mitarbeitern“, so Simstedt. Wert lege sie auch auf das gemeinsame Essen und auf Transparenz. „Ich habe die Zahlen der Firma auch mal den Mitarbeitern offengelegt.“ Eine Enttäuschung musste sie in den vergangenen Jahren trotzdem wegstecken. „Ich musste einen Produktionsleiter entlassen, der unter anderem versucht hat, die Mitarbeiter gegen mich auszuspielen – das hat mich schon sehr enttäuscht.“ Doch für Simstedt ist das Schnee von gestern. In die Rolle als Chefin ist sie hineingewachsen. „Meist höre ich mir die Meinungen an, entscheide dann aber selbst.“ Es sei auch eine Frage der Ausstrahlung, ob man als Chefin akzeptiert werde. „Ich hatte schon immer viel Selbstbewusstsein.“ Wichtig für Simstedt ist auch, dass sie abschalten kann. „Ich kann auch nachts schlafen, selbst wenn es größte Probleme im Betrieb gibt, denn ich weiß, ich kann die Probleme nicht nachts klären.“ Sie freut sich auch darüber, dass ihr Lebensgefährte und ihre Tochter ihr den Rücken frei halten. In nächster Zeit will Simstedt den Betrieb weiter modernisieren und ein neues Verwaltungsgebäude bauen. Wenn alles rund läuft, soll die Tochter dann übernehmen. „Ich bin vom Sternzeichen her Schütze, mir wird schnell langweilig“, betont Simstedt und lächelt. Sie könnte sich gut vorstellen einen anderen Betrieb zu übernehmen und weiterzuführen. „Ich brauche Abwechslung und es gibt viele Betriebe, die einen Firmennachfolger suchen“, sagt sie. „Für den Ruhestand bin ich jedenfalls noch viel zu jung.“


Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung vom 25.06.2016

Die Bowdenzugmanufaktur® gehört zu den TOP 100

Unternehmen aus Quedlinburg schafft es in Deutschlands Innovationselite
Ehrung durch TOP 100 - Mentor Ranga Yogeshwar

Die Bowdenzugmanufaktur gehört zu den TOP 100Zum 23. Mal werden die TOP 100 ausgezeichnet, die innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstands. Die Bowdenzugmanufaktur® gehört in diesem Jahr zu dieser Innovationselite. Das Unternehmen aus Quedlinburg nahm zuvor an einem anspruchsvollen, wissenschaftlichen Auswahlprozess teil. Untersucht wurden das Innovationsmanagement und der Innovationserfolg. Der Mentor des Innovationswettbewerbs, Ranga Yogeshwar, ehrt den Top-Innovator im Rahmen des Deutschen Mittelstands-Summits am 24. Juni in Essen.

Pressetext lesen

Bei der Bowdenzugmanufaktur aus Quedlinburg im Harz treibt insbesondere Geschäftsführerin Katrin Simstedt das Unternehmen innovativ voran. Der Betrieb, der Seil- und Betätigungszüge für Fahrzeuge und Maschinen her-stellt, ging 2012 insolvent und hat es der ehemaligen Mitarbeiterin und stu-dierten Bergbauingenieurin zu verdanken, dass er 2016 zu den Top-Innovatoren des deutschen Mittelstands zählt. Der heutigen Inhaberin ist es gelungen, eine zukunftsfähige Innovationsstrategie zu entwickeln und das Unternehmen damit wieder auf den richtigen Weg zu führen. Ein wohl einzig-artiges Kennzeichen dieser Strategie sind die vielfältigen Einsatzmöglichkei-ten der Produkte, die sich im Kinderwagen ebenso einsetzen lassen wie im Porsche. Außerdem beliefert die Manufaktur auch den Privatmenschen, der zum Beispiel einen Seilzug für die Bremse seines Oldtimer-Motorrads benö-tigt. "1.000 Stück und mehr können Sie überall kaufen, aber Einzelanfertigun-gen und Kleinstserien gibt es nur bei uns", erklärt Katrin Simstedt. Die Unternehmerin weiß auch, wie ein fruchtbares Innovationsklima auszuse-hen hat. Sie ermuntert die 7 Beschäftigten ständig dazu, Ideen einzubringen und dabei auch den Blick über den Tellerrand zu wagen. "Denn ohne Bereit-schaft zum Risiko kann sich kein Unternehmen entwickeln", weiß Katrin Simstedt. Und wenn einmal etwas schiefgeht, setzt man sich gemeinsam an einen Tisch und sucht nach Lösungen. "Auch in dieser Hinsicht erwarte ich von jedem Mitarbeiter Engagement und Eigenverantwortung", führt die Ge-schäftsführerin ihren Ansatz weiter aus. Ihr Ziel ist es, aus der Bowdenzug-manufaktur ein leistungsstarkes, umweltbewusstes und zukunftsfähiges Un-ternehmen zu machen. Über 4.000 Unternehmen interessierten sich in diesem Jahr für eine Teilnahme an TOP 100. 366 von ihnen bewarben sich für die Qualifikationsrunde. Davon kamen 284 in die Finalrunde. 238 schafften schließlich den Sprung in die TOP 100 (maximal 100 in jeder der drei Größenklassen). Bewertet wurden die Unternehmen wieder von Prof. Dr. Nikolaus Franke und seinem Team vom Lehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien. Sie fragten über 100 Parameter in fünf Bewertungskategorien ab: "In-novationsförderndes Top-Management", "Innovationsklima", "Innovative Pro-zesse und Organisation", "Innovationsmarketing/Außenorientierung" und "In-novationserfolg". Die TOP 100 zählen in ihren Branchen zu den Schrittmachern. Das belegen die Zahlen der Auswertung: Unter den Unternehmen sind 97 nationale Markt-führer und 32 Weltmarktführer. Im Durchschnitt erzielten sie zuletzt 40 Prozent ihres Umsatzes mit Marktneuheiten und Produktverbesserungen, die sie vor der Konkurrenz auf den Markt brachten. Ihr Umsatzwachstum lag dabei um 28 Prozentpunkte über dem jeweiligen Branchendurchschnitt. Zusammen meldeten die Mittelständler in den vergangenen drei Jahren 2.292 nationale und internationale Patente an. Diese Innovationskraft zahlt sich auch in Ar-beitsplätzen aus: Die TOP 100 planen, in den kommenden drei Jahren rund 9.500 neue Mitarbeiter einzustellen. Der Mentor von TOP 100, der Wissenschaftsjournalist und TV-Moderator Ranga Yo-geshwar, ist von der Qualität der Unternehmen beeindruckt und hofft auf eine Signalwir-kung: "Die Art und Weise, wie die TOP 100 neue Ideen generieren und aus ihnen wegwei-sende Produkte und Dienstleistungen entwickeln, ist im wahrsten Sinne des Wortes be-merkenswert. Ich freue mich deshalb, dass die Auszeichnung diese Qualitäten sichtbar macht. Hoffentlich ermuntert ihr Erfolg andere Unternehmen, es ihnen gleichzutun. Denn diese Innovationskultur wird in Zukunft für alle Unternehmen immer bedeutender."


Meisterin der Strategie
Die Bowdenzugmanufaktur® steht im Buch Top 100 -
Die innovativsten Unternehmen im Mittelstand

54 Jahre lang kam die Quedlinburger Bowdenzugmanufaktur ohne eine konkrete strategische Zielsetzung aus. Das ging bis 2012 gut. Dann war der Betrieb insolvent – und ohne seine ehemalige Mitarbeiterin Katrin Simstedt wäre er wohl für immer von der Landkarte verschwunden. Die Retterin und heutige Inhaberin des Unternehmens, das Seil- und Betätigungszüge für Fahrzeuge und Maschinen herstellt, wusste, was zu tun war: Eine zukunftsfähige Innovationsstrategie entwickeln, die diese Bezeichnung verdient. Die Restrukturierung der Firma, deren Name auf den britischen Erfinder Ernest Monnington Bowden zurückgeht, war ein Kraftakt der besonderen Art. Katrin Simstedt hat ihn mit Bravour gemeistert: In wenigen Monaten ist es der studierten Bergbauingenieurin gelungen, die Manufaktur zu reformieren und zu neuen Ufern zu führen. Ein Schwergewicht dieses Prozesses war die Erstellung und Implementierung einer Innovationsstrategie, die nicht zuletzt auch den Mitarbeitern eine unverzichtbare Orientierungshilfe bietet. Kinderwagen und Porsche Ein wohl einzigartiges Kennzeichen dieser Strategie sind die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Produkte, mit denen der Handwerksbetrieb einen Bogen vom Kinderwagen über den Porsche bis zu U-Bahn-Zügen spannt. Darüber hinaus verfügt die Bowdenzugmanufaktur über ein Alleinstellungsmerkmal: Sie beliefert auch den Privatmenschen, der zum Beispiel einen Seilzug für die Bremse seines Oldtimer-Motorrads benötigt. „1.000 Stück und mehr können Sie überall kaufen, aber Einzelanfertigungen und Kleinstserien nicht“, erklärt Katrin Simstedt. Ohne Risiko keine Entwicklung Die Unternehmerin weiß nicht nur, wie man eine Strategie entwickelt und verfolgt, sondern auch, wie ein dazu passendes Innovationsklima auszusehen hat: etwa so, dass die Mitarbeiter ständig dazu ermuntertwerden, mit Ideen und Verbesserungsvorschlägen nicht hinterm Berg zu halten und dabei auch keine Scheu vor unkonventionellen Geistesblitzen haben. „Denn ohne Bereitschaft zum Risiko kann sich kein Unternehmen entwickeln“, erläutert Simstedt. Und wenn einmal etwas schiefgeht, setzt man sich hier im Harz an einen Tisch und sucht gemeinsam nach Wegen, wie Fehler künftig vermieden werden können. „Auch in dieser Hinsicht erwarte ich von jedem Mitarbeiter Engagement und Eigenverantwortung – und da kommt einiges zurück“, sagt Katrin Simstedt. Und vieles davon fließt direkt in die neue, zukunftsfähige Innovationsstrategie ein.

Unternehmensnachfolge in der Quedlinburger Bowdenzugmanufaktur


Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung vom 12.05.2016

Firma bleibt in der Familie

Netzwerk Unternehmensnachfolge trifft sich in der Quedlinburger Bowdenzugmanufaktur®. Dort soll die nächste Generation eingearbeitet werden.

Rund 400 Unternehmen in Sachsen-Anhalt suchen einen Nachfolger an der Firmenspitze. Die Tendenz ist steigend. „Eine Unternehmensnachfolge erfolgreich zu regeln, verlangt eine rechtzeitige und gezielte Vorbereitung und gute Beratung“, sagte Matthias Zieler, Betriebsberater der Handwerkskammer Magdeburg. Ein neutraler und kompetenter Partner bei der Vorbereitung und Umsetzung von Unternehmensnachfolgen ist das Netzwerk Unternehmensnachfolge Sachsen-Anhalt (siehe "Netzwerk"). „Die Dunkelziffer für die Suche von Unternehmensnachfolgern wird wohl noch höher ausfallen“, sagte Erik Stephan, Unternehmenscoach der IHK Magdeburg und Sprecher des Netzwerkes. Etwa ein Drittel der Firmenchefs im Land seien über 55 Jahre alt. Diese müssten sich deshalb rechtzeitig um eine Unternehmensnachfolge kümmern. „Erfolgt dies nicht, könnte eine Firma schon in existenzielle Bedrängnis geraten - gerade dann, wenn qualifizierte Mitarbeiter sich rechtzeitig eine andere Perspektive suchen würden“, ergänzte Zieler. Als Ort der „offiziellen Übergabe des Staffelstabes“ bei der Federführung im Netzwerk an die IHK Magdeburg wurde die Quedlinburger Bowdenzugmanufaktur in der Heinrichstraße nicht zufällig ausgewählt. Geschäftsführerin Katrin Simstedt erklärte, dass sie das Unternehmen perspektivisch an ihre Tochter und ihren Schwiegersohn übergeben will. Schrittweise sollen sie in die Unternehmensnachfolge eingearbeitet werden. Vor gut dreieinhalb Jahren stand sie vor der Entscheidung, die Firma aus der Insolvenz zu retten oder ür immer zu schließen. „Katrin Simstedt hat sich entschieden, die Firma vor der Schließung zu bewahren und hat sie wieder in die Erfolgsspur gebracht“, sagte Erik Stephan. Sie setzt eine Tradition fort, die 1958 unter dem Namen Mechanische Werkstätten begann. Für Katrin Simstedt war die Firma keine unbekannte. Bis zur Insolvenz hatte sie dort selbst mitgearbeitet. Für ihr Engagement wurde die inzwischen 50-Jährige mit dem KfW-Award „Gründerchampion 2015 Sachsen-Anhalt“ ausgezeichnet. Um sich Manufaktur nennen zu dürfen, sind einige Kriterien zu erfüllen, unter anderem Firmensitz und Produktion in Deutschland, mindestens 50 Prozent Handarbeit, Firmengröße zwischen fünf und 200 Mitarbeitern sowie ein inhabergeführter Betrieb. Bei Übernahme der Firma hatte sie zwei Mitarbeiter. Jetzt sind es zehn. Weitere sollen hinzukommen, wenn der „anstehende lukrative Großvertrag hoffentlich bald unter Dach und Fach ist“, wie sie betonte. Zum Standardsortiment der Manufaktur gehören 300 Bowdenzüge. Hinzu kommen Sonderanfertigungen, ob für Moped, Motorrad, Pkw oder Traktor. Dazu gehören solche für renommierte Marken wie Porsche, Yamaha oder Suzuki. Bowdenzüge, damit wird Kraft oder Bewegung übertragen, sind geflochtene Drahtseile - verzinkt oder aus Edelstahl. Sie sind nicht nur in Fahrzeugen, sondern auch in Gartengeräten, Kleintraktoren, Baumaschinen, Fördertechnik für Aufzüge, Bühnentechnik und im Modellbau zu finden. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 50 000 Bowdenzüge hergestellt. Zum Erfolgsrezept der Quedlinburger Firma gehörte die Gründung einer Manufaktur. Damit war eine Nische gefunden, wo andere nicht präsent sind. Das heißt vor allem Handarbeit, Kleinserien und Einzelstücke nach Kundenwunsch. Letzteres findet zum Beispiel bei Oldtimern Anwendung, für die sich sonst längst keine Ersatzteile mehr finden. Die Nippel der Bowdenzüge werden mit Pressen verpresst, per Hand verlötet oder angeschraubt. Die Manufaktur wirbt für sich im Internet, hat einen Online-Shop. „Für große Stückzahlen gibt es vielleicht fünf Anbieter oder mehr“, sagt die Firmenchefin. „Doch Kleinserien bis 500, dies ist unsere Chance.“ Zu drei Großhändlern bestehen Geschäftsbeziehungen, insgesamt sind bisher 2 031 Kunden bedient worden. Geliefert wird deutschland- und europaweit, aber auch nach Übersee. So fahren Bowdenzüge aus Quedlinburg in der U-Bahn von São Paulo. Auch in so manchem Fußballstadion werden damit die Bandenwerbungen bewegt. Zu den Spezialanfertigungen zählt auch ein 120 Meter langer Bowdenzug für ein Boot. „Ein anderer, der war etwa fünf Zentimeter stark“, sagte die Geschäftsführerin. Dieser war für eine Zugbrücke für den Schiffsverkehr bestimmt. Normalerweise sind die Bowdenzüge in einer Seilstärke von 0,5 bis 6 Millimeter hergestellt. Ein ganz spezieller Auftrag, zudem einer, der sich lohnt, sind Reißleinen für Rettungsfallschirme. „Diese müssen laut gesetzlichen Vorgaben alle fünf Jahre ausgewechselt werden“, erklärt Katrin Simstedt, die von Beruf Diplom-Ingenieur für Bergbautechnik ist.

Unternehmensnachfolge in der Quedlinburger Bowdenzugmanufaktur<sup>®</sup>

Foto: CHRIS WOHLFELD

Inhaberin Katrin Simstedt (Mitte) erhält von Erik Stephan von der IHK Magdeburg (rechts) Blumen und Babyschuhe.


Artikel in der IHK Zeitung vom Nov.2015

Gründerpreis geht in den Harz!

Der Titel "GründerChampion" wird an junge Unternehmen vergeben, die sich durch Kreativität und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung auszeichnen. Die Bowdenzugmanufaktur Quedlinburg mit Katrin Simstedt an der Spitze gewinnt den Wettbewerb KfW-Award GründerChampion 2015 im Bundesland Sachsen-Anhalt. Eine Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft, Landesförderinstituten sowie Industrie- und Handelskammern hatte sich für sie entschieden. Am 8. Oktober 2015 erfolgte die Ürämierung im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin. Dipl.-Ing. (FH) Katrin Simstedt fertigt mit neun Mitarbeitern Bowdenzüge in Kleinserien und Einzelanfertigungen an. Die Produkte, die nach ihrem Erfinder, dem Briten E. M. Bowden (1860-1904) benannt sind, kommen unter anderem in Kinderwagen, Rüttelplatten und Fahrzeugen von Porsche zum Einsatz. Seit 54 Jahren wurden in Quedlinburg Bowdenzüge gerfertigt, als das Unternehmen in die Insolvenz geriet. Die ehemalige Mitarbeiterin glaubte an den Erfolg, kaufte das Unternehmen und gründete mit zwei Mitarbeitern die Bowdenzugmanufaktur Katrin Simstedt. Zur Zeit plant sie eine Erweiterung der Produktion und die Einstellung sechs weiterer Mitarbeiter. Ihr Ziel ist die serienmäßige Produktion von Bowdenzügen für Kinderwagen. Auf dem Begrüßungsabend in Wernigerode rät sie allen Start-ups, bei der Verwirklichung einer Idee Realismus mit Disziplin und Leidenschaft zu verbinden und sich Hilfe zu holen. Ilona Meyer

Gründerpreis geht an die Bowdenzugmanufaktur<sup>®</sup> im Harz

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Quelle: DER MARKT IN MITTELDEUTSCHLAND /Nov. 2015


Artikel im Qurier vom 11.2015

Die Bowdenzugmanufaktur® ist Landessieger Sachsen Anhalt
im Unternehmenswettbewerb KfW-Award Gründer Champions 2015

Die Retterin - Die Bowdenzugmanufaktur<sup>®</sup> ist Landessieger Sachsen Anhalt im Unternehmenswettbewerb KfW-Award Gründer Champions 2015

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Quelle: Qurier


Pressemitteilung der deGUT-Pressebüro / KfW-Award GründerChampions 2015

Die Bowdenzugmanufaktur® ist Landessieger Sachsen-Anhalt

im Unternehmenswettbewerb KfW-Award GründerChampions 2015


Die Bowdenzugmanufaktur® gewinnt den Unternehmenswettbewerb KfW-Award GründerChampions 2015 im Bundesland Sachsen-Anhalt. Der Preis wird im Rahmen der Deutschen Gründer- und Unternehmertage (deGUT) vergeben. Die feierliche Prämierung findet am 8. Oktober im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin statt...

Berlin/Potsdam, 06.10.2015. Die Bowdenzugmanufaktur gewinnt den Unternehmenswettbewerb KfW-Award GründerChampions 2015 im Bundesland Sachsen-Anhalt. Der Preis wird im Rahmen der Deutschen Gründer- und Unternehmertage (deGUT) vergeben. Die feierliche Prämierung findet am 8. Oktober im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin statt. Seit 1958 werden in Quedlinburg im Harz Bowdenzüge gefertigt. Doch 2012 sollte damit Schluss sein, das Unternehmen geriet in die Insolvenz. Die ehemalige Mitarbeiterin Dipl. Ing. (FH) Katrin Simstedt wollte nicht, dass diese Tradition untergeht und ihre Kollegen die Arbeit verlieren. Sie kaufte das Unternehmen und gründete mit zwei Mitarbeitern die Bowdenzugmanufaktur Katrin Simstedt. Seitdem werden in Quedlinburg wieder Bowdenzüge in Einzelanfertigung und Kleinserien hergestellt. Damit füllt die Firma eine Nische aus, denn es gibt keine vergleichbare Fertigung in Deutschland. Es werden Bowdenzüge bis zu einer Seilstärke von 6mm gefertigt, mit Einsatzgebiet vom Kinderwagen bis zur Rüttelplatte. Für Konstrukteure, Oldtimerfans und Motorsportbegeisterte ist die Manufaktur eine gefragte Adresse. Auch Porsche setzt für seine Fahrzeuge für das 24 Stunden Rennen von Le Mans auf die Bowdenzüge von Katrin Simstedt. Neun Mitarbeiter arbeiten im Unternehmen, derzeit ist ein neuer Produktionsraum in Planung und die Vorbereitungen für die Einstellung von sechs weiteren Mitarbeitern laufen. Katrin Simstedt: "Schon Duke Ellington sagte ‚Probleme sind Gelegenheiten, um zu zeigen, was man kann'. Das ist auch das Motto für die Gründung gewesen, denn ich war und bin überzeugt, dass eine Firma, die Tradition und Handwerk verbindet und noch dazu in einer historischen Stadt wie Quedlinburg ansässig ist, erhalten und weiter ausgebaut werden muss. In unserer strukturschwachen Region ist jeder Arbeitsplatz ein Gewinn und es freut mich, hier einen Anteil leisten zu können. Die Auszeichnung als GründerChampion ist eine tolle Anerkennung für das, was wir hier zusammen wieder auf die Beine stellen konnten - an dieser Stelle ein großes Dankeschön an das gesamte Team!" Hinweis: Mehr über den Landessieger unter www.bowdenzugmanufaktur.de. Ein Foto zum Unternehmen findet sich auf www.degut.de/presse. Ab dem 9. Oktober um 12.00 Uhr ist dort auch ein Foto der Preisverleihung eingestellt. Die Bowdenzugmanufaktur erhält 1.000 Euro als Preisgeld. Außerdem qualifiziert sich das Unternehmen automatisch für den Bundessieg, der mit weiteren 9.000 Euro dotiert ist und auf der feierlichen Gala am Abend des 8. Oktober im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vergeben wird. Zudem wird vom Auditorium an jenem Abend ein Publikumspreis (5.000 Euro) vergeben. Der Titel "GründerChampion" ist eine Qualitätsauszeichnung für junge Unternehmen. Die GründerChampions 2015 wurden von einer Jury mit erfahrenen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft, Landesförderinstituten sowie Industrie- und Handelskammern ausgewählt. Bewertet wurden die Geschäftsideen nach ihrem Innovationsgrad, ihrer Kreativität und der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung. Maßgeblich für die Auszeichnung war auch, wie umweltbewusst die Umsetzung erfolgte und ob Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen oder erhalten wurden. Unternehmen aller Branchen ab dem Gründungsjahr 2010 konnten sich bewerben. Mit der Vergabe des Awards möchte die KfW sowohl die erfolgreichen Gründerinnen und Gründer auszeichnen, als auch dazu beitragen, dass der Schritt in die Selbstständigkeit mehr öffentliche Anerkennung erfährt. Über die KfW: Die KfW Bankengruppe unterstützt die deutsche Wirtschaft mit einem breiten Förderangebot. Beispielsweise bietet sie für Gründer u. a. den ERP Gründerkredit Startgeld für Darlehenssummen bis zu 100.000 Euro und den ERP Gründerkredit Universell für größere Volumina an. Über die deGUT: Die deGUT ist die größte Messe rund um Existenzgründung und Unternehmertum in Deutschland. Sie findet am 9. und 10. Oktober 2015 in Berlin statt. Veranstaltet wird die deGUT von der Investitionsbank Berlin (IBB) und der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB). Gefördert wird die Messe von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung des Landes Berlin und dem Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg aus Mitteln der Länder und des Europäischen Sozialfonds. Schirmherr ist der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel. Pressekontakt: deGUT-Pressebüro / KfW-Award GründerChampions Carmen Vallero, Friedrich-Ebert-Straße 91, 14467 Potsdam Tel.: 0331 / 231 890-20, E-Mail: gruenderchampions@degut.de

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Quelle: deGUT-Pressebüro / KfW-Award GründerChampions 2015 ©


Artikel in impulse Heft 07/15

Der Neustart

Er steckt in jeder Fahrradbremse und in vielen Maschinen: Der Bowdenzug.
Katrin Simstedt rettete Deutschlands letzten Hersteller und wurde dabei von einer Angestellten zur Unternehmerin. Heute beliefert der Zehn-Mann-Betrieb sogar die U-Bahn von Sao Paulo.

         

Es ist kurz vor der Mittagspause, als Katrin Simstedt die Tür zur Nippelbude öffnet. Ein Geruch von jahrzehntealtem Fett, Schweiß und Öl dringt aus dem Raum. Er haftet an den Maschinen, die noch aus der Gründerzeit der Firma in den 50er-Jahren stammen. Drei Männer und eine Frau stehen um einen Tisch herum und stecken Gummikappen auf dünne Drahtseile. "Wenn die Kappen dran sind, kommen die Nippel drauf und dann gehen unsere Züge in die ganze Welt", sagt Katrin Simstedt. Was für einen Laien nach Rotlichtmilieu klingt, ist für Katrin Simstedt und ihre neun Mitarbeiter ein solides Handwerk. Seit 2012 betreibt die 49-Jährige in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt Deutschlands einzige Bowdenzugmanufaktur. Weil mit dem Begriff nur wenige etwas anfangen können, liefert Simstedt in Gesprächen stets eine Brockhaus-reife Erklärung mit: "Ein Bowdenzug ist ein Drahtseil un einer Hülle zur Übertragung von Kraft oder Bewegung. Die Schläuche an Ihrem Fahrrad, die von den Handbremsen runter zum Bremsklotz führen - das sind zum Beispiel bowdenzüge." Die Drahtseile sind das Rückgrat vieler Maschinen : Man sieht sie nicht, aber ohne sie würde sich nichts bewegen. Bowdenzüge kommen un den Gangschaltungen von Autos zum Einsatz, in Kupplungen von Motorrädern oder Steuerungen von Flugzeugen. Sie sorgen dafür, dass sich Abflüsse von Badewannen öffnen und schließen. Fast überall dort, wo sich etwas mechanisch hebt oder senkt, findet sich ein Bowdenzug. Der Nippel verbindet das Drahtseil mit dem zu bewegenden Maschinenteil. Autohersteller und große Machinenproduzenten lassen ihre Bowdenzüge meist in Osteuropa oder Asien fertigen. Aufträge kleiner Firmen, die mal 50 Bowdenzüge in dieser und 200 Bowdenzüge in jener Länge benötigen, nehmen diese Betriebe in der Regen nicht an. Katrin Simstedt schon. Die Unternehmerin hat ihre Werkstatt inzwischen verlassen und sitzt zusammen mit Tochter Daria vor Stapeln von Aufträgen, Rechnungen und Lieferscheinen in ihrem Büro. Simstedt kann Chaos nicht leiden. Trotzdem hat sie den Kampf in die Zukunft verschoben. "Wenn ich einen Zettel wegräume, kommen drei neue dazu", erzählt sie, zuckt mit den Schhultern, muss aber auch lächeln. Die Stapel sind schließlich ein Beweis dafür, dass das Geschäft "schnurzelt", wie Simstedt sagt. Im vergangenen Jahr haben 700 Neukunden bei ihr bestellt, Nicht schlecht für ein Start-up. Denn obwohl es die Firma schon seit 1958 gibt, hat Simstedt Ende 2012 noch einmal von vorn angefangen. Sie selbst kannte das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt schon viele Jahre. Erste Anzeichen für die Pleite Im Jahr 2000 fängt Simstedt als Angestellte im Vorbetrieb der Manufaktur an. Sie kümmert sich uns Marketing, beklebt Firmenautos mir Werbung und füllt die Website mit Inhalt. Vier Angestellte in Vollzeit hat der Betrieb damals. Simsteddt kommt morgens gern zur Arbeit, zur Begrüßung umarmen sich die Kollegen. Einmal im Jahr fahren sie gemeinsamweg, schauen sich in Berlin zum Beispiel das Musikal 'Tanz der Vampire' an. "Die Leute waren meine zweite Familie", sagt Simstedt. Ganz ohne Probleme läuft die Arbeit trotzdem nicht, Simstedt findet, dass der Inhaber die Abläufe besser organisieren müsste. Bestellungen werden nach dem Zufallsprinzip bearbeitet statt nach dem Eingansdatum. Manche bleiben monatelang liegen. Nach vielen Auseinandersetzungen mit dem damaligen Chef verlässt sie die Firma, bleibt aber mit den Mitarbeitern in Kontakt. Von ihnen erfährt sie schließlich auch, dass der Inhaber krank ist und es nicht mehr schafft den Betrieb zu leiten: Er bestellt kein Material mehr, bezahlt keine Lieferantenrechnungen und nimmt von den fast täglich eintreffenden Kundenbeschwerden kaum Notiz. Die Firma versinkt im Chaos. Simstedt kann nicht anders, immer wieder muss sie an ihren ehemaligen Arbeitsplatz denken. Im Januar 2012 schreibt sie einen Businessplan für die Bowdenzugmanufaktur und legt ihn in ihre Schreibtischschublade. Im Juli meldet der Vorbetrieb Insolvenz an. Im November bekommt Simstedt die Schlüssel zur Firma. Im Dezember eröffnet sie erneut. "Jede Firma wird von den Menschen geprägt, die dort arbeiten", sagt Simstedt. "Die Mitarbeiter der Bwodenzugmanufaktur liegen mir so sehr am Herzen, dass ich nicht dabei zusehen wollte, wie sie auf der Straße landen" "Papa hat gesagt: Bergbau und basta!" Ihr Entschluss, die Firma zu kaufen, gehört zu einer Kategorie von Entscheidungen, wie Simstedt sie bis dahin noch nie in ihrem Leben treffen konnte. Zum ersten Mal bestimmt sie selbst über ihre Zukunft. Zum ersten Mal hat sie die Chance, zu agieren, statt zu reagieren. "Die Vorstellung, eine eigene Firma mit mehreren Angestellten zu haben und dort eigene Entscheidungen trteffen zu können, bedeutete für mich auch ein Stück Freiheit", sagt sie heute. Ihr Leben und ihre Karriere sind bis dahin durch die deutsche Teilung und Wiedervereinigung geprägt. Mit ihrer 14 Monate älteren Schwester wächst Simstedt in Hoyerswerda, nordwestlich von Dresden, auf. Nach der Schule absolviert sie eine Ausbildung zur Maschinistin für Tagebaugroßgeräte. Nicht weil sie es sich wünscht, sondern weil ihr Vater es soc entschieden hat, er hat sein ganzel Leben im Bergbau verbracht. Später studiert Simstedt in Senftenberg Ingenieurwissenschafen mit Schwerpunkt Bergbautechnik. "Papa hat gesagt: Kohle wird es noch 100 Jahre geben, deshalb Bergbau und basta." Als sie mit ihrem damaligen Freund nach Quedlinburg zieht, endet auf ihre Karriere im Bergbau - aus Mangel an passenden Jobs in der neuen Umgebung. Simstedt orientiert sich neu, immer wieder. Sie arbeitet in einem Energieunternehmen, bringt ihre Tochter zur Welt, fängt dann eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsgehilfin an, arbeitet im Arbeitsamt und in der Personalabteilung des Supermarktes Aldi, sie kümmert sich bei einem Dachdecker und in einem Hotel um die Buchhaltung, führt einen Souvenierladen uns ist zwischendurch immer wieder arbeitslos. Nie hat sie das Geführ, abgekommen zu sein. Simstedt fürchtet sich nicht vor Neuanfängen, sie sehnt sich aber auch nach Beständigkeit. Deshalb überlegt sie lange, ob sie wirklich den Sprung wagen und einen maroden Betrieb übernehmen soll. Achtmal schreibt sie den Businessplan für die Bowdenzumanufaktur um, rechnekt Kosten, Umsätze und einen Puffer für Investitionen neu zusammen. Und traut sich schließlich. Für 95000 Euro kauft sie die Firma aus der Insolvenzmasse. Zwei Drittel bekommt sie als Kredit von einer Bank. Den Rest borgt sie sich von Freunden. Eine Mitarbeiterin leiht ihr 15000 Euro und rettet damit ihren eigenen Arbeitsplatz. Mit ihr und einem weiteren Mitarbeiter eröffnet Simstedt die Manufaktur im Dezember 2012 - ein halbes Jahr nach der nsolvenz und der zwischenzeitlichen Schließung. Ihre Mitarbeiter arbeiten Aufträge ab, die noch aus der Zeit von Simstedts Vorgänger stammen. Um möglichst viele alte Kundenbeziehungen wiederzubeleben, schreibt Simstedt Briefe und Mails an alle Kontakte, die sie in der Datenbank des Vorgängers findet. Alte Kunden neue Abläufe Die Unternehmerin glaubt von Anfang an an das Potential der Firma. Aus ihrer Zeit als Angestellte weiß sie, dass es genügend Kunden gibt und dass der Betrieb eine Monopolstellung hat: "Unser größter Vorteil liegt darin, dass kein anderes Umternehmen in so kleinen Stückzahlen produziert", sagt Simstedt. "Und solange niemand etwas erfindet, das einen Bowdenzug ersetzt, bleiben uns die Kunden zwangsläufig erhalten." Dass Kunden und eine Monopolstellung allein nicht reichen, um Erfolg zu haben, hat Simstedt bei ihrem Vorgänger gesehen. Einen entscheidenden Punkt will sie deshalb anders machen: die Organisation der Arbeitsabläufe. Simstedt legt eine Ablage an, in der sie die Auftragseingänge nach Datum einsortiert - ihre Mitarbeiter arbeiten sie der Reiuhe nach ab. Sie kauft verschiedenfarbige Kisten für die unterschiedlichen Schrauben- und Nippelgrößen, damit auf der Suche nach dem richtigen Bauteil nicht jedesmal wertvolle Arbeitszeit veroren geht. "Wir sind dadurch viel effiezienter gewoeden", sagt D. Bauer. Seit elf Jahren arbeitet er in diesem Betrieb, heute als Produktionsleiter. Simstedt lässt ihn in allen technischen Fragen entscheiden. "Ich bin die Frau für die Zahlen - Dennis ist der Mann für die Technik", sagt sie. Bauer ist stolz auf das Vertrauen. Jeden Montag besprechen beide, was in der Woche ansteht . Wichtiges, wie den Jahresumsatz, beredet Simstedt mit dem ganzen Team. Mit Offenheit aus der Krise Simstedt kämpft um jeden Kunden. Wer auf ihre Mails nicht reagiert, den ruft sie an. Wer sie abwimmelt, bekommt einen zweiten Anruf. Sie erzählt, dass die Bank ihrem Geschäftsmodell vertraut und einen Kredit zur Verfügung stellt. Das überzeugt auch zögerliche Kunden. "Katrin Simstedt ist ungewöhnlich offen", sagt Steffi Rhode von der HGarzer Volkbank. "Auch nachdem der Kredit schon durch war, hatten wir regelmäßig Kontakt, und sie hat mir von neuen Aufträgen und den Veränderungen in ihrer Firma berichtet." Die Hartäckigkeit zahlt sich aus: Sie überzeugt auch die Lieferanten und Kunden, die ihrem Vorgänger das Vertrauen entzogen hatten. Knapp vier Monate nach der Neueröffnung kann sie ihren dritten Mitarbeiter einstellen. Sie baut die Firma langsam auf, stellt nur so viele Leute ein, wie sie sich leisten kann. Die ersten Neuen sind alte Kollegen von früher, die ihren Job durch die Insolvenz verloren hatten. Ein großer Vorteil, findet Simstedt. "Ich weiß, wie jeder hier tickt." Sie spürt sofort, wenn es jemandem nicht gut geht. Das erleichtert die Kommunikation. 2013 erwirtschaftet Simstedt mit der Manufaktur 280000 Euro - im vergangenen Jahr sind es 365000 Euro. Zieht sie die Gehälter, die Raten für den Kredit bei der Bank und die laufenden Kosten ab, bleibt nicht viel übrich: Gerade einmal 9000 Euro waren es im vergangenen Jahr. Simstedt will Jahr für Jahr ein Stück weiterwachsen, immer aus eigener Kraft. Im ersten Quartal 2015 lafg ihr Umsatz bei 100000 Euro - im vergangenen Jahr waren es im selben Zeitraum 78000 Euro. Fünf Leute arbeiten heute in Vollzeit in der Produktion. Neun plus Simstedt sind es in der ganzen Firma, darunter zwei auf 100-Euro-Basis für wenige Stunden im Monat. Ihre Tochter arbeitet drei Tage die Woche im Unternehmen. Eines Tages soll sie die Firma übernehmen. "Sein eigener Chef sein - das ist doch das Beste, was es gibt", sagt sie. Keine Angst vor Veränderungen Simstedts Bowdenzüge findet man inzwischen sogar in der U-Bahn von Sao Paulo. Sie stecken in den Mechanismen, die dafür sorgen, dass sich im Notfall die Glastüren zwischenU-Bahn und Bahnsteigkante öffnen lassen. Zustande kam der Auftrag über eine deutsche Zulieferfirma. Immer wieder wird Simstedt auch direkt von ausländischen Firmen beauftragt: "Viele finden uns einfach übers Internet", sagt die Unternehmerin. Ihre größte Herausforderung sind nicht die Aufträge, sondern die Fachkräfte: Nachwuchs bildet sie selbst aus. Im Sommer fängt ihr zweiter Lehrling an. "Ich kann hier gut jemanden beschäftigen, der nicht fließend lesen und schreiben kann", so Simstedt. "Wichtig ist, dass die Leute akkurat arbeiten." Ob sie selbst bis zur Rente in der Manufaktur bleibt, oder noch mal etwas anderes macht, weiß Simstedt noch nicht. Vielleicht bigt sie die Firma schon früher an die Tochter ab. Angst davor, erneut einen anderen Weg einzuschlagen, hat Katrin Simstedt jedenfalls nicht. Unterm Strich: Mit Hartnäckigkeit gelingt der früheren Angestellten Katrin Simstedt die Übernahme der Bowdenzugmanufaktur. Kunden un Zulieferer gewinnt sie durch Überzeugungsarbeit für sich.


Quelle: impulse ©
Text: Catalina Schröder
Foto: Charlotte Sattler


Artikel in Facettenreich - Unternehmen aus Sachsen - Anhalt

Ein Drahtseilakt mit Zugkraft

In Quedlinburg werden Bowdenzüge von Hand gefertigt

Katrin Simstedt wird oft als Retterin bezeichnet. Doch sie selbst hält diesen Titel für übertrieben. Fakt ist, ohne sie würde so mancher Oldtimer vielleicht liegen bleiben ....

Katrin Simstedt wird oft als Retterin bezeichnet. Doch sie selbst hält diesen Titel für übertrieben. Fakt ist, ohne sie würde so mancher Oldtimer vielleicht liegen bleiben und sogar die Stadt Sao Paulo könnte Probleme bekommen. Denn dort, in den Sicherheitstüren der U-Bahn sind Bowdenzüge aus Quedlinburg verbaut. "Die Türen öffnen automatisch, wenn eine Bahn kommt. Doch im Notfall muss man das auch manuell machen können. Dafür braucht man unsere Bauteile", erklärt Katrin Simstedt. Sie übernahm 2012 die Bowdenzugmanufaktur in Quedlinburg, nachdem die Vorgängerfirma insolvent gegangen ist. Über 50 Jahr zurück reicht die Tradition des Unternehmens. Bis 2008 hatte die heutige Chefin selbst dort gearbeitet - als kaufmännische Angestellte. Seitdem sie das Ruder übernahm, geht es wieder bergauf. Sie hat erkannt, das is Zeiten der automatischen Massenproduktion eine Nische bleibt: Die Spezialanfertigung. "Weil wir per Hand arbeiten, können wir Kleinserien und Einzelstücke direkt auf Kundenwunsch herstellen", erläutert die Inhaberin. "In Deutschland sind wir die einzige Manufaktur." Sogar die Werbesendungen dieses Unternehmens werden von Hand geschrieben. Dafür zeichnet Katrin Simstedts Vater verantwortlich. Er hat über 20.000 Postkarten an Unternehmen in ganz Deutschland versandt. Doch die Manufaktur beliefert auch das Ausland. Ein Bowdenzug ist nicht einfach nur ein bewegliches Drahtseil in einer Hülle, das eine Zugkraft überträgt. Er ist unverzichtbarer Bestandteil vieler Alltagsgegenstände. Motorräder, Traktoren, Badewannen, Pflegebetten und Fahrstühle brauchen Bowdenzüge. Manchmal öffnen die Mitarbeiter eine internationale Postsendung und finden darin einen einen defekten Bowdenzuf, den sie exakt nachbauen müssen. Dann heißt es Drähte drehen und Nippel löten - und das mitunter mit originalen Bauteilen und an Maschinen, die heute gar nicht mehr gebaut werden. Katrin Simstedt verweist auf eine Drehmaschine aus dem 19. Jahrhundert: In ihren Augen ein echter Schatz, auch den hat sie gerettet.

 


Quelle: Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft - Sachsen-Anhalt ©


Interview für den Deutschlandfunk - Firmenporträt vom 17.10.2014

Das Wunder von Quedlinburg

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Das Wunder von Quedlinburg Vom Insolvenzfall zum Vorzeigeunternehmen
Reihe: Unternehmensgeschichten 25 Jahre nach dem Mauerfall
Von Christoph Richter

Es klingt fast wie ein Märchen: 2012 geht die Firma mit dem etwas sperrigen Namen Quedlinburger Bowdenzugmanufaktur insolvent – und wird von einer ostdeutschen arbeitslosen Frau gekauft. Es ist die Ingenieurin Katrin Simstedt, die damit die einzige Manufaktur für Seilzüge rettet und als Chefin auch den Schwachen in der Gesellschaft eine Chance gibt. "Wenn Sie solche kleinen Anbauteile für den Bowdenzug brauchen, googeln Sie mal Nippel. Da kommt kein so ein kleines Anbauteil, da kommt alles andere." Katrin Simstedt grinst. Sie ist sowas wie eine Vorzeige-Unternehmerin des Ostens. Ihr Credo: nicht jammern, sondern machen. Und: Sie ist Retterin der Quedlinburger Bowdenzugmanufaktur, ein Traditionsunternehmen, das es bereits seit 1958 gibt.

"Frau Weisel nippelt den ganzen Tag"
2012 war aber Schluss, das Unternehmen war insolvent, sodass sich die frühere Mitarbeiterin entschloss, das Geschäft mit den Seilen und Nippeln – das sind kleine Anbauteile, sowas wie Plomben, die an kleine Seilzüge gelötet, gepresst oder angeschraubt werden – selbst in die Hand zu nehmen: "Frau Weisel nippelt den ganzen Tag. Sie steckt den Nippel aufs Seil. Dann wird das vorne drauf gepresst. Und dann wird's mit der Zange nach unten gedrückt, noch ein bisschen, und dann ist der Bowdenzug fertig." "Also es gibt niemanden, der Bowdenzüge herstellt, wie wir. Und wenn man nur mal an den Oldtimerbereich denkt. Das ist eine absolute Nischengeschichte. Ja, ich weiß nicht, wenn das weggebrochen wäre, wo die Leute ihre Bowdenzüge herbekommen. Es gibt ganz viel Industrie, die ganz viel Prototypen brauchen, die irgendwelche Entwicklungen machen. Ein Bowdenzug ist kein alter Hut." Jeder Bowdenzug wird in Handarbeit hergestellt, das passiert in einer – wie aus der Welt gefallenen - DDR-grauen Fabrikhalle. In einer kleinen Seitenstraße in Quedlinburg, am Rande des Harz: "Was wirklich Maschinen machen, ist Seil schneiden und Hülle schneiden. Und verpressen. Da sitzt ja auch einer, der legt jedes einzelne Teil unter die Presse. Alles andere ist Handarbeit. Deswegen sind wir auch eine Manufaktur. Ich glaube, das ist schon berechtigt."

Rettung statt Insolvenz
Und es klingt fast wie ein Märchen: Eine ostdeutsche arbeitslose Frau rettet ihr eigenes Unternehmen. Nachdem fast alles verloren schien. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, hat die Quedlinburger Ingenieurin Katrin Simstedt den insolventen Betrieb 2012 einfach gekauft und damit die einzige Manufaktur für Seilzüge gerettet. Heute gehören nicht nur die Fahrer alter DDR-Motorräder zu ihren Kunden. Besonders stolz ist die Sachsen-Anhalterin Katrin Simstedt, dass auch in der U-Bahn von Sao Paulo ihre Seilzüge zu finden sind. Selbst der frühere Champions League Sieger FC Chelsea von der Stamford Bridge aus dem Westen Londons bestellt seine Bowdenzüge bei Katrin Simstedt: "Da werden mit den Bowdenzügen Gasdruckfedern ausgelöst, die die Bande 30 Zentimeter hochziehen, damit die Zuschauer auf den Fußballplatz fliehen können, wenn irgendwie Panik oder Feuer ausbricht." "Ja, wenn Sie eine Badewanne haben, wo man oben dreht, damit unten der Stöpsel runter kommt oder so eine Küchenspüle, da kann ein Bowdenzug dahinter sein. Also es gibt unheimlich viele Möglichkeiten. Wir sind selber immer wider überrascht, wo es so Bowdenzüge gibt."

Die Bowdenzugfamilie
Die 48-jährige Katrin Simstedt – Mutter einer 18-jährigen Tochter, die mal das Geschäft übernehmen soll – ist sowas wie die große Mama, die die Bowdenzug-Familie zusammenhält. Ein Pflichttermin für die neun Mitarbeiter sind die täglichen gemeinsamen Mittagessen: "Wir knuddeln auch. Also wenn ich früh komme, wird jeder gedrückt. Und wenn wir gehen, dann auch. Doch das ist schon Familie." Gearbeitet wird auf alten robusten, ölverschmierten Maschinen aus DDR-Zeiten, von sechs bis fünfzehn Uhr. "... und Freitag bis halb eins. Also wie im Sozialismus."

Das Geschäft brummt. Jahresumsatz: 280.000 Euro:
"Ich musste jetzt im September einen neuen Mitarbeiter einstellen. Wir hatten im Sommer Lieferzeiten zwischen sechs und acht Wochen. Was total unmöglich ist für die Kunden, die sofort ihre Maschinen wieder brauchen. Nee, also an Auftragsmangel kann man nicht klagen." Zustande kommen konnte das alles nur durch die Hilfe ihres Vaters. Er hat, nachdem seine Tochter die Firma 2012 übernommen hatte, eine Marketing-Aktion der besonderen Art gestartet und 20.000 handgeschriebene Postkarten an potenzielle Kunden verschickt. "Das ist eine schon richtig irre Zahl. Das hat uns eine ganze Menge Kunden gebracht." Die Kreditanstalt für Wiederaufbau dagegen hat nicht an die ostdeutsche Unternehmerin Katrin Simstedt geglaubt. Anders die Investitionsbank Sachsen-Anhalt. Dort gab man ihr einen Kredit von 95.000 Euro. War der Preis, damit die arbeitslose Ingenieurin ihr Unternehmen, in dem sie einst gearbeitet hatte, aus der Insolvenzmasse raus kaufen zu können. 32.000 Euro davon musste sie selbst zahlen. Das machte sie mit der Unterstützung von Freunden, Verwandten und gar einer Mitarbeiterin, die ihr auch Geld lieh: "Ich bin froh, dass es läuft. Und dass man zeigen kann, dass es wirklich am vorhergehenden Inhaber lag. Und nicht an den Leuten oder so. Klar ist man stolz."

Erfolg auf ganzer Linie
Katrin Simstedt ist eine Anpackerin, eine Träumerin, die ihre Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben lebt. Sie hat die Chance mit den Händen gegriffen, was ihr so in der DDR nicht möglich gewesen wäre. Und sie ist eine starke Frau, die auch den Schwachen in der Gesellschaft eine Chance gibt, weshalb sie einen schwer kranken Mitarbeiter und ein älteres Ehepaar in ihrem Unternehmen angestellt hat. Weil sie eben weiß, wie es ist, wenn man arbeitslos ist. Weil sie weiß, wie es ist, wenn man nicht gebraucht wird. Nachdem man Katrin Simstedt letztes Jahr bereits als Newcomerin des Jahres, die Bowdenzugmanufaktur als bestes Unternehmen unter weiblicher Führung gefeiert hat, wurde ihr dieses Jahr auch noch von der Bundesforschungsministerin Johanna Wanka der Gründerpreis verliehen. "Ich find das schon toll. Ich würd es wieder machen."

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Quelle: Deutschlandradio ©


Artikel im Amtsblatt vom 23.07.2014

Bowdenzüge aus Quedlinburg

Familiär geht es zu beim Sommerfest der Bowdenzugmanufaktur. Ihre Mitarbeiter und Kollegen sind Katrin Simstedt, der Firmengründerin sehr wichtig. Das jährliche Sommerfest ist eine gute Gelegenheit bestehende Kontakte zu pflegen und neu zu knüpfen. Unter den Gästen begrüßt sie den Landrat Martin Skiebe, die Familien der Mitarbeiter, den städtischen Wirtschaftsförderer Henning Rode, Geschäftspartner und Dienstleister. Frau Simstedt gründete 2012 die Bowdenzugmanufaktur in Quedlinburg als zwei-Mann-Unternehmen und rettete damit die Vorgängerfirma aus der Insolvenz. Der Betieb in der Heinrichstraße ist ein Traditionsunternehmen, das bereits im Jahr 1958 als Mechanische Werkstatt begann. Heut wie damals beschäftigt sich das Unternehmen mir Produktion und dem Vertrieb von Bowdenzügen und konfektionierten Drahtseilen, die Abnehmer in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen finden. Dazu gehören Mopeds, Motorräder, Pkw und Traktoren, aber auch Rettungsschirme und Förderanlagen. 300 Bowdenzüge umfasst das Standardsortiment des Quedlinburger Unternehmens. Es ist die einzige Firma in Deutschland, welche Bowdenzüge in Handarbeit herstellt. So können auch spezielle Einzelstücke gefertigt werden: für Oldtimer, Klaviere, die Luftfahrt und die U-Bahn in Sao Paulo. Die Bowdenzugmanufaktur ist aber auch eine Erfolgsgeschichte. Acht Mitarbeiter und ein Azubi arbeiten inzwischen dort.

Die Retterin

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Foto: Stadt Quedlinburg, Sabine Bahß
Quelle: Amtsblatt


Artikel in der Volksstimme vom 24.05.2014

Die Retterin

Katrin Simstedt hat die Quedlinburger Bowdenzugmanufaktur® aus der Insolvenz gerettet.

Die Retterin

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Foto: Julia Bruns
Quelle: Volksstimme


Preis für Quedlinburger Unternehmerin

Die Quedlinburger Unternehmerin Katrin Simstedt ist von der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der Zeitschrift "SUPERillu" mit dem Gründerpreis 2014 ausgezeichnet worden. Überreicht wurde die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung in der Kategorie "Newcomer" vergangenen Freitag von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU, links). Katrin Simstedt hatte 2012 einen Quedlinburger Betrieb, der Bowdenzüge herstellt, vor der Pleite gerettet. Für ihr Engagement ist sie auch vom Land schon mehrfach ausgezeichnet worden.

Preis für Quedlinburger Unternehmerin

Foto: Uwe Tölle/SUPERillu

Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (links) und Preisträgerin Katrin Simstedt


Preisverleihung im Haus der KfW in Berlin

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Quelle: SUPERillu


Quedlinburgerin ist Gründerin des Jahres

Katrin Simstedt macht in Drahtseile, genauer gesagt in Bowdenzüge. Das von ihr übernommene Unternehmen ist so erfolgreich, dass es nun sogar einen Preis dafür gab.


Quelle: SUPERillu


Artikel SUPERillu Online 09.05.2014

Gründerpreis 08.05.2014

Ausgezeichnete Ideen

Kategorie Newcomer

In Berlin wurde der Gründerpreis von SUPERillu und der KfW Bankengruppe verliehen. Geehrt wurden Existenzgründer mit mutigen Ideen und kreativen Visionen.

Gründerpreis 08.05.2014

© Uwe Tölle/SUPERillu

KfW-Vorstand Dr. Ingrid Hengster, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Preisträger Sascha Fuchs, Preisträgerin Katrin Simstedt, Preisträgerin Sarah Petzold, Preisträger Prof. Niels C. Riedemann und SUPERillu-Geschäftsführer Heinz Scheiner (von links)

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Artikel KfW-Bank Online 09.05.2014

KfW und Zeitschrift SUPERillu honorieren "Gründer des Jahres"

Zum 16. Mal haben die Zeitschrift SuperIllu und die KfW den Gründerpreis an Existenzgründer aus Ostdeutschland vergeben. Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, überreichte zusammen mit Dr. Ingrid Hengster, Mitglied des Vorstandes der KfW, am 9. Mai in der Berliner Niederlassung der KfW den "Gründerpreis 2014" an vier Unternehmer, die mit klugen Ideen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hatten. "Gründungen sind mit ihrer Innovationskraft wichtig für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit. Es gehört zu den Kernaufgaben der Förderbank KfW, Gründungen zu unterstützen: mit passgenauen Finanzierungen und Beratung. Mit dem Gründerpreis zeichnen SuperIllu und KfW mutige, kreative und innovative Jungunternehmer aus. Sie stehen beispielhaft für all die Menschen, die den Schritt in die Selbstständigkeit erfolgreich gegangen sind. Und sie können als Vorbild für diejenigen dienen, die vielleicht schon eine eigene Gründungsidee haben, aber noch vor der Umsetzung stehen", betonte Dr. Ingrid Hengster. Der Preis soll den Mut und die Innovationskraft von Unternehmensgründern ehren und bestärken. Mehr als 300 Kandidaten haben an dem Wettbewerb teilgenommen. Die Jury hat die innovativsten und kreativsten Ideen in den Kategorien "Zukunftstechnologie" "Marktführer", "Kreative" und "Newcomer" ausgewählt. Die Sieger erhielten neben der Trophäe einen Scheck über jeweils 5000 Euro.

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Artikel in der SUPERillu vom 30.04.2014

Quedlinburgerin ist Gründerin des Jahres

Glückwunsch, ihr mutigen Gründer!

Kategorie Newcomer

Manufaktur für Seilzüge

Der Erfolg. Die einzige Bowdenzugmanufaktur im Osten wurde gerettet - dank Katrin Simstedt. Die Ingenieurin aus Quedlinburg kaufte 2012 den insolventen Betrieb, in dem sie viele Jahre gearbeitet hatte. 1000 verschiedene Seilzüge werden per Hand gefertigt, 300 für alte DDR-Mopeds. Dazu Seile für Rettungsschirme. Jury-Begründung: Viel gewagt, viel gewonnen! Der Firma geht's gut, acht Mitarbeiter haben einen sicheren Job.

Quedlinburgerin ist Gründerin des Jahres

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Quelle: SUPERillu / 30.04.2014


Artikel in der SUPERillu vom 03.04.2014

Quedlinburgerin ist Gründerin des Jahres

Wer sind die Gründer des Jahres 2014?

Kategorie Newcomer

Bowdenzüge für Superflitzer

Die Idee. Seit 1958 werden in Quedlinburg Bowdenzüge (Seilzüge) hergestellt. Alle in Handarbeit. Als der Chef krank wurde, musste die Firma Insolvenz anmelden. Da nahm Katrin Simstedt all ihren Mut zusammen, kaufte 2012 von ihren Ersparnissen die Firma. "Ich bin Ingenieur, habe viele Jahre in der Manufaktur gearbeitet und wusste, dass wir mit unserer Nischenproduktion überleben würden." Der Erfolg. Rund Tausend Arten von Bowdenzügen stellt die Manufaktur her, allein 300 Stück als Standardsortiment für Mopeds und DDR-Motorräder. "Wir sind eine Art Lebensretter für Oldtimer und moderne Technik, z.B. Jachten und Baumaschinen." Kein Rettungsschirm funktioniert ohne Spezial-Bowdenzug für die Reißleine. Sogar der weltweit erste Elektro-Superflitzer "Quant" (Genfer Autosalon) hat Bowdenzüge aus Quedlinburg. Die kleine Firma schreibt schwarze Zahlen, hat inzwischen acht Mitarbeiter.

Quedlinburgerin ist Gründerin des Jahres

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Quelle: SUPERillu / 03.04.2014


Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung vom 14.03.2014

Unternehmerinnen in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt will die Abwanderung junger Frauen aus ländlichen Regionen bremsen und zeichnet Unternehmerinnen aus, die sich hier engagieren. Katrin Simstedt hat eine Firma in Quedlinburg aus der Insolvenz gerettet.(von Bärbel Böttcher)

„Quant e“ - das ist der Name eines Elektroautos. Die Firma Nanoflowcell aus Liechtenstein hat es entwickelt. Sie sorgt damit derzeit auf dem Genfer Autosalon für viel Aufmerksamkeit. Und daran hat auch die Quedlinburgerin Katrin Simstedt einen kleinen Anteil. Denn in dem Modell stecken Bowdenzüge, die in ihrem Betrieb hergestellt worden sind. Ganz kurz vor der Eröffnung der Automesse Anfang März kam die Anfrage, ob sie liefern kann. Und sie konnte. Katrin Simstedt ist eine Jungunternehmerin, die einem Traditionsunternehmen vorsteht. Ein Widerspruch? Nein. Bereits seit 1958 stellt der Quedlinburger Betrieb Bowdenzüge her - bewegliche Drahtseile in einer Hülle zur Übertragung einer mechanischen Bewegung. Er kam gut über die Wende. Doch Mitte 2012 musste der damalige Besitzer der Mechanischen Werkstätten Insolvenz anmelden. Die heute 48-Jährige, die selbst viele Jahre dort gearbeitet hatte, wollte nicht zulassen, dass das Unternehmen von der Bildfläche verschwindet. Sie gründete es neu. So entstand die „Bowdenzugmanufaktur“. Katrin Simstedt ist damit ein Beispiel dafür, dass Frauen nicht nur in der Ferne ihr Glück finden können. „Sie müssen sich nur selbst etwas zutrauen“, sagt sie. Ihr Engagement wurde gestern sogar mit einem vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr ausgelobten Preis gewürdigt.

Einmaliges Angebot

Was hat die Quedlinburgerin angetrieben? „Einen Betrieb wie den unseren gibt es deutschlandweit in dieser Form nicht noch einmal“, sagt sie. Zwar würden Bowdenzüge auch anderenorts hergestellt. „Wir sind aber deutschlandweit der einzige Betrieb, der sie in Kleinserien und auch als Einzelanfertigungen in Handarbeit anbietet.“ So etwas könne man doch nicht den Bach runtergehen lassen.

Das Hauptmotiv, das Unternehmen zu erhalten, waren für Katrin Simstedt jedoch die Menschen, die dort beschäftigt sind. Die kannte sie seit langem, wusste um ihre familiären Verhältnisse und ihre Verwurzelung in der Region. Sie erzählt beispielsweise vom Produktionsleiter, der der Firma seit zehn Jahren die Treue hält. Der Mann hat eine kleine Tochter, seine Frau arbeitet in Quedlinburg, Eltern und Schwiegereltern leben am Ort. „Er wollte nie wegziehen aus Quedlinburg“, erzählt sie. Doch das wäre wohl die Alternative zur Arbeitslosigkeit gewesen. Oder von dem älteren Ehepaar - 57 und 59 Jahre alt. „Die beiden hätten doch nie wieder eine Arbeit gefunden“, sagt Katrin Simstedt. Sie nahm kurzerhand die Geschicke der Firma selbst in die Hand. Das nötige Rüstzeug lieferte ihr eine ingenieurtechnische Ausbildung. Erfahrungen hat sie im Verlauf ihres Berufslebens zudem im kaufmännischen Bereich sowie in der Personalabteilung eines großen Lebensmitteldiscounters gesammelt. Es war dann der 19. November 2012, als Katrin Simstedt von der Insolvenzverwalterin den Schlüssel der Firma übernahm. Nun galt es zunächst aufzuräumen. 1,6 Tonnen Schrott wurden im ersten Schritt entsorgt. Bereits am 1. Dezember startete die Produktion. Zunächst mit zwei Mitarbeitern. Heute, ein reichliches Jahr später, sind es bereits acht - fünf Vollbeschäftigte, zwei geringfügig Beschäftigte und ein Azubi. Zum Standardsortiment gehören Bowdenzüge für DDR-Mopeds und -Motorräder. „Die sind Kult“, sagt Katrin Simstedt. Es werden Bowdenzüge für Oldtimer, Traktoren, Baumaschinen, Badewannen, Fördertechnik und vieles mehr gefertigt. Auch Reißleinen für Rettungsfallschirme gehören zur Produktpalette. „Ein Wahnsinnssortiment“, findet die Unternehmerin. Und ist ständig dabei, es zu erweitern. So konnte die Vorgängerfirma nur Bowdenzüge mit einer Seilstärke von bis zu vier Millimetern herstellen. Jetzt geht das bis zu einer Seilstärke von sechs Millimetern. „Das lässt Angebote für Baumaschinen und schwere Arbeitsgeräte zu“, erläutert die Chefin. Seit kurzem werden zudem Tachowellen angefertigt.

Nein, über Auftragsmangel kann sich die Quedlinburger Bowdenzugmanufaktur nicht beklagen. Und sie hat nicht nur in ganz Deutschland Kunden. „Mit einem Schweizer Klavierbauer haben wir zum Beispiel einen speziellen Stummschalt-Bowdenzug entwickelt, der das lautlose Spielen ermöglicht“, erzählt Katrin Simstedt. Auch aus Belgien, Ungarn und Österreich gibt es Anfragen. Doch von selbst hat sich der Erfolg nicht eingestellt. Die Unternehmerin rührt emsig die Werbetrommel. Zum einen im Internet, zum anderen aber macht sie ihren Betrieb durch die gute alte Postkarte bekannt. 17 000 davon hat die Unternehmerin mit Unterstützung ihres Vaters bereits verschickt - etwa an Motorradwerkstätten, Oldtimerrestaurateure und - vereine, aber auch an Baumaschinenhersteller und -vermieter. Der Clou dabei ist - sie werden mit der Hand geschrieben. „Das fällt mehr auf als ein gedruckter Flyer.“ Die Resonanz bestätigt das. Natürlich ist Katrin Simstedt auch auf Messen unterwegs. Bei solchen Gelegenheiten spürt sie oft, dass sie anders behandelt wird als ein Mann. „Ich muss immer Fachwissen nachweisen, das bei einem Mann als selbstverständlich angesehen wird“, sagt sie. Tauche sie irgendwo mit ihrem Lebensgefährten auf, werde grundsätzlich er angesprochen. Und da im Betrieb ihr Büro das erste nach der Eingangstür ist, wurde sie häufig als die Vorzimmerdame angesehen. Jetzt hängt an der Tür ein großes Schild mit der Aufschrift „Chefin“.

Selbstbewusstsein nötig

„Wer über ein so ausgeprägtes Selbstbewusstsein verfügt wie ich, kann das wegstecken“, sagt Katrin Simstedt. „Ja, man muss richtig von sich überzeugt sein.“ Und da sie das ist, hat sie sich um den vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr ausgelobten „Women-Award“ beworben - in der Kategorie „Bestes Jungunternehmen unter weiblicher Führung“. „Die Jury ist besonders beeindruckt, mit welchem Herzblut Frau Simstedt hinter der Bowdenzugmanufaktur und den Angestellten steht“, sagt Jury-Mitglied Bianca Röthig. Es ist übrigens nicht der erste Preis für die Unternehmerin. Im vergangenen Jahr erhielt sie den vom Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium verliehenen „Gründerinnenpreis 2013“. „Die Preise“, so sagt Katrin Simstedt „sind meine Anerkennung.“ Natürlich weiß sie auch um die Werbung, die damit verbunden ist. Die wird sie in Zukunft verstärkt haben - als Preisträgerin wird sie Teil einer Imagekampagne sein, mit der Sachsen-Anhalt gerade Frauen zeigen will, dass sie hier eine gute Perspektive haben.

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WOMEN ARE FUTURE AWARD

Am 13. März 2014 wurden AMU Mitglieder im Rahmen des "WOMEN ARE FUTURE AWARD" für ihre Leistung und ihre Vorbildwirkung in Bezug auf die berufliche Förderung und Verwirklichung von Frauen in Sachsen-Anhalt, vor allem in den ländlichen Regionen, ausgezeichnet. Frau Katrin Simstedt erhielt die Auszeichnung als Inhaberin der Bowdenzugmanufaktur in Quedlinburg.



Artikel in der IHK Zeitung vom Nov.2013

Drei Fragen, eine Antwort: Man muss es von ganzem Herzen wollen, man muss sich im Ziel sehen können!

Wer ein eigenes Unternehmen gründet, betritt meist Neuland. Zwar kann man sich als Jungunternehmer jede Menge Wissen rund um die Existenzgründung aneignen, Experten um Rat fragen und wird durch die IHK und andere Organisationen unterstützt. Trotzdem birgt die Praxis Herausforderungen, die so nicht in den Lehrbüchern auftauchen mit denen niemand rechnet. Während das manchen Jungunternehmer entmutigt, ließ sich Karin Simstedt davon nicht unterkriegen. Sie ist inzwischen eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Wie sie mit Engagement, Ausdauer und einer gehörigen Portion Hingabe ihre besonderen Herausforderungen gemeistert hat, davon erzählte Karin Simstedt am 8. Oktober während des Begrüßungsabends der IHK in Wernigerode – und machte so denjenigen Mut, die ganz am Anfang ihres Weges in die berufliche Selbständigkeit stehen. Lesen Sie einen Auszug aus ihrer Rede: „Mein Name ist Katrin Simstedt und ich bin die Inhaberin der Bowdenzugmanufaktur in Quedlinburg. Wir produzieren Bowdenzüge und konfektionierte Drahtseile in Serien-, Kleinserien und Einzelanfertigung und besetzen damit eine Nische auf dem deutschen Markt. Wir liefern deutschlandweit, haben Kunden in der Schweiz und in Ungarn und Anfragen aus Dänemark und Rumänien. Die besten Ideen kommen mir so in der Aufwachphase. Zwischen Tiefschlaf und Wach sein. Ich bin auch schon mal am Wochenende um 4 Uhr früh aufgestanden um eine Rede zu schreiben. Sie war fertig in meinem Kopf und wollte raus. Aber meine beste Idee kam mir an einem Sonnabendmittag beim Essen. Ich überlegte schon seit Wochen nach einem passenden Namen für meine Firma. Es sollte so fassbar sein, wie „quadratisch, praktisch, gut“, damit jeder auf den ersten Blick weiß, was wir machen. Und da kam dieses Wort direkt aus meinem Bauch über meine Zunge ohne mein Gehirn zu erreichen: BOWDENZUGMANUFAKTUR. Mein Lebensgefährte schrieb es sofort auf. Ideen sind nämlich flüchtig! Und dann begann ich zu recherchieren: Was bedeutet Manufaktur in Deutschland? Was sagt Bowdenzugmanufaktur? Ein Bowdenzug ist ein bewegliches Drahtseil in einer Hülle zur Übertragung einer mechanischen Bewegung bzw. einer (Zug)kraft. Benannt ist der Bowdenzug nach seinem Erfinder, dem Briten Ernest Monnington Bowden (1860–1904). Kriterienkatalog für die Aufnahme in den Verband deutscher Manufakturen 1. Firmensitz in Deutschland 2. Produktion in Deutschland 3. Mindestens 50 Prozent Handarbeit 4. Firmengröße zwischen 5 und 200 Mitarbeitern 5. Inhabergeführt 7. Ausbildung von Nachwuchs oder Umschülern mit Abschluss 8. Förderung der jeweiligen Handwerkskunst und –kultur Passt doch, oder? Unser Standardsortiment sind Bowdenzüge für DDR-Mopeds und Motorräder. Wir fertigen aber auch Bowdenzüge für Oldtimer, Traktoren, Baumaschinen, Gartengeräte, Badewannen und Küchenspülen, Kinderwagen, Aufzüge und Fördertechnik, Sargwagen und Lieblingslehnstühle. Desweiteren fertigen wir z. B. Reißleinen für Rettungsfallschirme. Wie kommt frau denn auf so eine Idee, so ein männerdominiertes Unternehmen zu führen. Ich habe in diesem Betrieb bis 2008 gearbeitet, kannte die Firma und die Mitarbeiter. Ich wusste, dass es dem Betrieb wirtschaftlich schlecht geht. Ich habe überlegt, was kann man machen, um diese Firma zu retten und ein Konzept vorbereitet. Mein Hauptansporn war, dass die Mitarbeiter nicht arbeitslos werden dürfen. Ich kannte sie, ich kannte die Familien, ich wusste, dass sie zum Teil in Quedlinburg tief verwurzelt sind. Mein jetziger Produktionsleiter zum Beispiel hat eine kleine Tochter, die Frau arbeitet in Quedlinburg, die Eltern und Schwiegereltern wohnen im Ort und können mal schnell einspringen. Er wollte nie wegziehen von Quedlinburg. Mein älteres Ehepaar, meine Familie Weisel (57 und 59 Jahre alt) wohnen in Ditfurt und haben kein Auto. Frau Weisel arbeitet seit 20 Jahren in dem Betrieb. Wer von Ihnen glaubt, dass die Beiden noch mal eine Arbeit gefunden hätten? Ich wollte nicht, dass die Mitarbeiter arbeitslos werden. Irgendwann hat mal jemand gesagt: „Das machst du doch auch für dich!“. Ja, stimmt, irgendwie mache ich das auch für mich. Die Ego-Pilotin Frau Fischer-Gerloff brachte mich auf die Idee für einen Neuanfang. Warum sollten wir denn auf die Insolvenz warten. Wir haben neue Räume gesucht und reserviert, wir haben geguckt, wo wir die passenden Maschinen her bekommen, und ich habe das Konzept umgeschrieben. Als das Konzept bei der Investitionsbank alle Hürden genommen hatte, wurde der Kreditantrag von der KFW-Bank abgelehnt, da die Kredite der Vorgängerfirma in dem Moment gekündigt wurden, als über meinen Kreditantrag entschieden werden sollte. In diesem Moment kam natürlich auch die Insolvenz der Firma. Mit meinem fertigen Konzept hatte ich gute Karten bei der Insolvenzverwalterin. Die Investitionsbank gab mir zu verstehen, dass sie das Konzept gut fanden und sie mich weiterhin unterstützen würden. Allerdings müsste ich ein Drittel der Investitionssumme privat besorgen. Ich rief Freunde und meine Familie an und besorgte in relativ kurzer Zeit den fehlenden Kreditbetrag. Und ich änderte wiederum mein Konzept. Ich glaube insgesamt acht Mal. Am 19. November 2012 bekam ich die Schlüssel für die Firma. Der Vorgänger hatte es noch geschafft, die Gasuhr ausbauen zu lassen. Der Einbau der neuen Gasuhr kann aber erst nach einer Leitungsprüfung erfolgen. Natürlich ist dann die Leitung nicht ganz dicht und die Heizungsfirma muss die Leitung abdichten. Das dauert im November alles in allen ca. drei Wochen und kostet 1.300 Euro. Alle Räume wieder auf eine vernünftige Wärme aufzuheizen, brachte Gaskosten nur für den Dezember von 2.400 Euro. Auf Grund dieses Verbrauches wurde dann auch der Jahresabschlagsbetrag berechnet. Na toll! Das ist nur ein Beispiel für Herausforderungen. Wir haben geräumt, Schrott und Müll entsorgt, sauber gemacht und im Dezember mit der Produktion begonnen. Wir haben viele Herausforderungen gemeistert, die aktuellste scheint immer die schlimmste und größte Herausforderung zu sein. Ist es erledigt, war es im Rückblick gar nicht sooo schlimm. Wie schafft man es, erfolgreich zu werden? Wie schafft man es, einen Preis zu gewinnen? Wie schafft man es, einen Marathon durchzuhalten? Drei Fragen und immer die gleiche Antwort: Man muss es von ganzem Herzen wollen! Man muss sich im Ziel sehen können. Ich habe mich an meinem Schreibtisch sitzen sehen – lange bevor ich gegründet habe, monatelang bei jedem Aufwachen und bei jedem Einschlafen. Und dann muss man überlegen: Was brauche ich für diesen Weg? Was muss ich können und wissen, wer kann mich unterstützen und trainieren? Wen kann ich fragen? Nutzen Sie das Wissen und das Netzwerk der IHK. Fragen Sie die Mitarbeiter! Die sind dafür da! Das ist ein großer Wissenspool. Ich nenne das gern ,Intelligenz der Masse’, unendlich wichtig und hilfreich. Wer geht mit mir diesen Weg? Was muss ich tun, um dieses Ziel zu erreichen. Dann muss maneinen Plan machen und diesen Plan Schritt für Schritt für Schritt abarbeiten. Und irgendwann ist man im Ziel, am Schreibtisch, auf der Bühne. Haben Sie einen Traum, ein Ziel, einen Plan? Dann wünsche ich Ihnen viel Energie, gutes Durchhaltevermögen und die richtigen Wegbegleiter. Vielen Dank!“

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Quelle: DER MARKT IN MITTELDEUTSCHLAND /Nov. 2013


Artikel in der IHK Zeitung vom Okt.2013

Quedlinburgerin ist Gründerin des Jahres

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Quelle: DER MARKT IN MITTELDEUTSCHLAND / Okt. 2013


Feierabendgong bei Radio Brocken!

Am 24.09.2013 haben wir den Feierabend eingeläutet...

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Quelle: Radio Brocken


Quedlinburgerin ist Gründerin des Jahres

Katrin Simstedt macht in Drahtseile, genauer gesagt in Bowdenzüge. Das von ihr übernommene Unternehmen ist so erfolgreich, dass es nun sogar einen Preis dafür gab.

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Quelle: Sachsen-Anhalt Heute


Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung vom 19.09.2013

Unternehmerpreis

Quedlinburgerin ist Gründerin des Jahres

Sachsen-Anhalts Gründerin des Jahres: Katrin Simstedt aus Quedlinburg. (Bild: Chris Wohlfeld) von Gerd Alpermann

Katrin Simstedt aus Quedlinburg ist Sachsen-Anhalts "Gründerin des Jahres". Sie hat 2012 die Bowdenzugmanufaktur aus der Insolvenz gerettet und neu gegründet. Katrin Simstedt wurde am Donnerstag von Wirtschaftsminister Hartmut Möllring ausgezeichnet. Die Quedlinburger Unternehmerin Katrin Simstedt ist die "Gründerin Sachsen-Anhalt 2013". Sie wurde am Donnerstag in Magdeburg von Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) ausgezeichnet. Sie hat im vergangenen Jahr die Bowdenzugmanufaktur in Quedlinburg (Landkreis Harz) gegründet und damit die Vorgängerfirma aus der Insolvenz gerettet. Die Firma ist ein Traditionsunternehmen, das bereits im Jahr 1958 als Mechanische Werkstätten begann. Heute wie damals beschäftigt sich das Unternehmen mit der Produktion und dem Vertrieb von Bowdenzügen und konfektionierten Drahtseilen, die Abnehmer in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen finden. Dazu gehören Mopeds, Motorräder, Pkw, und Traktoren, aber auch Rettungsschirme und Förderanlagen. 300 Bowdenzüge umfasst das Standardsortiment des Quedlinburger Unternehmens. Es ist die einzige Firma in Deutschland, welche Bowdenzüge in Handarbeit herstellt. So können auch spezielle Einzelstücke, etwa für Oldtimer, gefertigt werden.

Geschäftsidee und Persönlichkeit überzeugen.

Katrin Simstedt hat dabei ein erfahrenes Team an ihrer Seite. Im vergangenen Jahr begann sie mit zwei Mitarbeitern, inzwischen sind es fünf. "Vom ersten Tag an haben wir schwarze Zahlen geschrieben", sagt die Firmenchefin. Zu drei Großhändlern bestehen Geschäftsbeziehungen. Insgesamt sind bisher mehr als 150 Kunden bedient worden. Geliefert wird deutschlandweit, in die Schweiz und nach Ungarn. Anfragen gibt es auch aus den Niederlanden und Rumänien. Die Gründerin überzeugte die Jury nicht nur mit ihrer Geschäftsidee, sondern auch mit ihrer Persönlichkeit. "Pfiffige Ideen, zukunftsweisende Produkte, kunden- und servicenahe Dienstleistungen und Mut - das sind die Zutaten für eine gelungene Unternehmensgründung. Katrin Simstedt hat es vorgemacht. Es wäre schön, wenn sie damit auch andere Frauen motivieren könnte, die mit dem Schritt in die berufliche Selbstständigkeit liebäugeln", sagte Minister Möllring bei der Übergabe des Ministeriumspreises, der mit 1000 Euro dotiert ist.

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Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung vom 03.07.2013 Erfolgreich am Drahtseil BOWDENZUGMANUFAKTUR Seit einem halben Jahr wird in der Heinrichstraße 20 wieder produziert. Handarbeit überwiegt bei Kleinserien und Prototypen. Zum Standardsortiment gehören 300 Bowdenzüge. Dazu kommen Sonderanfertigungen, zum Beispiel für Oldtimer, ob Moped, Motorrad, Pkw oder Traktor. Seit gut einem halben Jahr, seit dem 1. Dezember 2012, werden in der Heinrichstraße 20 in Quedlinburg wieder Bowdenzüge hergestellt. Aus der Insolvenz heraus hat Katrin Simstedt, die dort selbst schon gearbeitet hat, die Firma übernommen. Sie setzt eine Tradition fort, die 1958 unter dem Namen Mechanische Werkstätten begann. Die Chefin, das Wort steht an der Tür zu ihrem Büro, hat mit zwei Mitarbeitern begonnen, jetzt sind es fünf und ein geringfügig Beschäftigter. Ab Herbst soll ein Facharbeiter für Metalltechnik ausgebildet werden. Noch ist die Unternehmerin auf Suche nach einem geeigneten Kandidaten. Das Wichtigste für den Bestand der Firma hatte sie aber zuerst genannt: "Wir schreiben von Anfang an schwarze Zahlen." Zum Erfolgsrezept gehört die Gründung einer Manufaktur. Damit ist eine Nische gefunden, wo andere nicht präsent sind. Das heißt vor allem Handarbeit, Kleinserien und Einzelstücke nach Kundenwunsch. Letzteres findet zum Beispiel bei Oldtimern Anwendung, für die sich sonst längst keine Ersatzteile mehr finden. "Für große Stückzahlen gibt es vielleicht zehn Anbieter oder mehr", sagt die 48-jährige Firmeninhaberin: "Doch Kleinserien bis 500, da besteht unsere Chance. Wir sind in Deutschland der einzige Betrieb, der Bowdenzüge in Handarbeit herstellt." Diese Nische nutzt das Unternehmen seit dem Start. Zu drei Großhändlern bestehen Geschäftsbeziehungen, insgesamt sind bisher 158 Kunden bedient worden. Geliefert wird bislang deutschlandweit, in die Schweiz und nach Ungarn. Anfragen gibt es aus den Niederlanden und Rumänien. Die Bowdenzugmanufaktur wirbt für sich im Internet, hat einen Online-Shop, tritt aber auch über Flyer und Postkarten an Kunden heran. "Mein Vater hat sehr viele Postkarten an mögliche Kunden per Hand geschrieben", sagt die Geschäftsführerin. Die persönliche Karte bleibe eher im Gedächtnis, werde auch nicht gleich weggelegt, glaubt sie an den Erfolg dieser Aktion. Um sich Manufaktur nennen zu dürfen, sind übrigens einige Kriterien zu erfüllen. Dazu gehören unter anderem Firmensitz und Produktion in Deutschland, mindestens 50 Prozent Handarbeit, Firmengröße zwischen fünf und 200 Mitarbeiter sowie ein Betrieb, der inhabergeführt wird. Bowdenzüge sind nicht nur in Fahrzeugen, sondern auch in Gartengeräten, Kleintraktoren, Baumaschinen, Fördertechnik für Aufzüge, Bühnentechnik und im Modellbau zu finden. Die Manufaktur in Quedlinburg konnte aber auch schon einmal bei einem teuren Spezialsessel helfen und den Bowdenzug reparieren. Ein ganz spezieller Auftrag, zudem einer, der sich lohnt, sind Reißleinen für Rettungsfallschirme. "Diese müssen laut gesetzlichen Vorgaben alle fünf Jahre ausgewechselt werden", erklärt Katrin Simstedt, die von Beruf Diplom-Ingenieur für Bergbautechnik ist. In Vorbereitung ist auch die Herstellung von Tachowellen. Genügend Platz ist in den Hallen vorhanden. Wenn es die Geschäftslage zulässt, sind auch personelle Erweiterungen möglich. Seit der Übernahme "läuft die Firma gut", schätzt die Geschäftsführerin ein. Es gehe familiär zu. Ihr Produktionsleiter, Dennis Bauer, ist zum Beispiel seit zehn Jahren im Betrieb. Da sei für alle möglichen Fabrikationen die Erfahrung vorhanden. Bowdenzüge werden in einer Seilstärke von 0,5 bis 6 Millimeter hergestellt, vieles in Handarbeit oder mit Maschinen, die zwar betagt sind, aber noch problemlos ihren Dienst tun. So konnte reibungslos der Neuanfang gestartet werden. Die Maschinen werden teilweise nur in Abständen gebraucht, doch mit den entsprechenden Werkzeugen versehen, sind sie stets schnell einsatzbereit. Die Nippel der Bowdenzüge werden verpresst, verlötet oder angeschraubt. "Bei großen Zugkräften werden sie verpresst", erklärt Produktionsleiter Bauer. Dafür stehen eine Sechs- und eine 13-Tonnen-Presse zur Verfügung. Katrin Simstedt findet ihre Arbeit "unheimlich spannend". "Für Frauen als Existenzgründer wird in diesem Land sehr viel Unterstützung gegeben", ist die Geschäftsfrau erfreut und nennt Workshops über den Landfrauenverband, zum Beispiel zur Mitarbeiterführung oder Preisgestaltung. "Frauen gründen anders als Männer, Männer sind risikofreudiger, Frauen gehen mit mehr Bedacht heran", glaubt sie. Auch deshalb seien Seminare für Existenzgründer ungemein wichtig.

Erfolgreich am Drahtseil

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Kommentar zum Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung vom 03.07.2013 von G. Alpermann K O M M E N T A R Zeichen gesetzt Bowdenzüge - ein Markenzeichen aus Quedlinburg. Darauf würde wohl so schnell keiner kommen. Und dann auch noch eine Manufaktur. Wo Bowdenzüge eingesetzt werden, da kennt fast jeder etwas, ob Auto oder Motorrad. Doch die Herstellung wird eher mit einer Massenproduktion in Verbindung gebracht. Manufaktur heißt aber nicht zuletzt Handarbeit und die wird in der Bowdenzugmanufaktur groß geschrieben, denn es geht um Kleinserien und Einzelstücke. Bei näherer Betrachtung kommt schnell zum Bewusstsein, dass alle Oldtimer Bowdenzüge haben, die, sollten sie kaputt gehen, zumeist in keinem Ersatzteillager mehr zu finden sind. Da ist dann eine Firma wie die Quedlinburger gefragt und kann helfen mit Fachwissen und Erfahrungen. Und manchmal ist es wohl auch viel Tüftelei, um dem Kunden helfen zu können. Es ist toll, dass solch ein Betrieb gerade in Quedlinburg ansässig ist und von hier eine Marktlücke bedient. Den Autor erreichen Sie unter: gerd.alpermann@mz-web.de

Zeichen gesetzt - Bowdenzüge - ein Markenzeichen aus Quedlinburg.


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